Newsletter vom 30.10.2010 , 12:16
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Titel: Der Kahlgrund brennt
Brand des Monats

Edelbrennerei Dirker

Der Kahlgrund brennt

13 Brennereien aus der Region öffnen an diesem Tag ihre Pforten für Besucher.

Nutzen Sie die Chance bei unserem „Tag der offenen Brennereien“ Einblick in die Kunst des Destillierens zu erhalten. Schauen Sie den Schnapsbrennern bei der Arbeit über die Schultern und nutzen Sie die Möglichkeit beim Erzeuger Destillate und Liköre einzukaufen. Überzeugen Sie sich selbst.

Die Edelbrennerei Dirker bietet für jede 0,5 Liter Flasche Brand, Wasser oder Geist 2,- €, sowie für jeden Likör in der 0,5 Liter Flasche 1,- € Rabatt

Dieses Angebot gilt nicht für Wiederverkäufer und ist nur an diesem Tag ausschliesslich in unserem Hofladen erhältlich. Versand und Reservierungen sind nicht möglich!

Zusätzlich ist anlässlich der feierlichen Einweihung und Segnung unseres hofeigenen Kapellchens in unserem Hofladen ab 31.10.2010 ein holzfassgelagerer Apfelbrand als "Kapellengeist" bzw. eine Himbeer-Orangen-Kreation als "Kapellenlikör" erhältlich. Ab ca. 2.11.2010 sind diese Produkte auch online bestellbar.


Feierliche Einweihung und Segnung des "Hüttelngesäßer Grenzkapellchens"

An diesem 31. Oktober wird auch die offizielle Einweihung und Segnung der Kapelle mit Vertretern aus Kirche und Politik stattfinden. Unter den Rednern werden nicht nur die beiden Bürgermeister Felix Wissel, Joachim Lucas und die Pfarrer Rhiel und Spöckel vertreten sein, sondern wir erwarten auch Norbert Geis (MdB) und den Landtagsabgeordneten Hugo Klein, die stellvertretende Landrätin Marianne Krohnen und den stellvertretenden Landrat und Schirmherrn Günter Frenz.

Die offiziellen Feierlichkeiten beginnen um 13:00 Uhr mit den Rednern, gegen 14:00 Uhr erfolgt dann die Segnung durch die beiden Pfarrer.


Arno Dirkers Versprechen als Dank an den glücklichen Ausgang eines Behördenkampfes

Als Arno Dirker aus Platzgründen seine Brennerei aus der Friedhofstraße auf das hessische Betriebsgelände in Niedersteinbach verlegte, ahnte er nicht, was einige Zeit später an Ärger auf ihn zu- kommen würde.

Man muss dazu wissen, dass genau an dieser Stelle eine Landzunge vom hessischen Freigericht-Neuses in das sonst bayerische Gebiet ragt und so Jahrzehnte lang auch in der ohnehin unfallträchtigen „Hessenkurve“ für heftige Verwirrungen sorgte. Das kurze Stück Staatsstraße, das über dieses Gebiet führt, wurde zum Problem. Bei Unfällen nämlich sind die hessische Polizei und die hessischen Rettungskräfte zuständig.

Dieser Umstand war auch einer der Gründe, weshalb die beiden Gemeinden Freigericht und das bayerische Mömbris schon seit vielen Jahren einen Gebietstausch anstrebten, aber bisher keine Einigung erzielten.

Nun sollte dieses Vorhaben aber doch umgesetzt werden und damit wäre Arno Dirkers Betriebsgelände bayerisch geworden. Das aber brachte die Probleme für Dirker.

Die nach Dirkers Plänen neu gebaute Verschluss-Brennanlage war 2006 bereits von der hessischen Zollbehörde und der Bundesmonopol-verwaltung genehmigt worden und stand bereit zum Brennen.

Die dann zuständige bayerische Zollbehörde akzeptierte die technische Bauart der neu erbauten Brennanlage allerdings nicht und versagte die Inbetriebnahme. Dadurch hätte der Gebietstausch letztendlich das „Aus“ für Dirker bedeuten können. Deshalb versuchte er durch endlosen Schriftverkehr mit Behörden und Ämtern seine Existenz zu sichern. Da versprach er, bei einem für ihn guten Ausgang dieses Behördenkampfes, zum Dank die Errichtung eines Denkmals oder einer Kapelle. Letztendlich verlegte er kurzerhand noch seinen Wohnsitz auf das Betriebsgelände - ein Schildbürgerstreich! Denn Dirker entdeckte eine Gesetzeslücke, wonach bewohnte Landflächen nur mit Einverständnis des Besiedlers getauscht werden können.

Nach mehrjährigem Kampf gegen den Amtsschimmel kam dann das erlösende Schreiben von ganz oben; Edmund Stoiber (Bayern) und Roland Koch (Hessen) haben beschlossen, dass das Brennereigelände vom Gebietstausch ausgeschlossen wird und hessisch bleibt. So entstand, wie einst versprochen, in althergebrachter Fachwerkkunst das „Hüttelngesäßer Grenzkapellchen“.

2008 wurde die Baugenehmigung erteilt und im März 2009 war dann der erste Spatenstich. Bereits im Juni konnte das Richtfest gefeiert werden. Insgesamt 21 Handwerksbetriebe und Künstler gaben sich sprichwörtlich die Klinke in die Hand und nach etwa 18 Monaten Bauzeit sieht das Bauwerk nun seiner feierlichen Einweihung und Segnung entgegen.

Eine Sandsteinstele vor dem Eingang erinnert an den Behördenkampf um die Brennerei. Im Sockel darunter befindet sich der Grundstein, der in einer verschlossenen Kupferkapsel eine Flasche Edelbrand aus dem Hause Dirker, einige Münzen, sowie verschiedene Dokumente und zwei Tageszeitungen enthält.

Die Kapelle steht während der Geschäftszeiten für Jedermann offen, um Ruhe zu finden, Andacht zu üben, Kraft zu schöpfen oder sich  sogar das Ja-Wort zu geben.

oben: Deckenmalerei

links: feierliche Grundsteinlegung, Herr Hans Adrian, Zimmermann Thomas Glaser


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