Newsletter vom 22.12.2008 , 10:29
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Titel: Weihnachts-News
Terminankündigung

Weihnachts-Brennerei-Info 16

Edelbrennerei A. J. Dirker seit 1987

Liebe Freunde und Genießer der flüssigen, geistreichen Früchte.

Als landwirtschaftliche Manufaktur steht der Obstbau immer an erster Stelle. Somit ist das Wetter eine wichtige Komponente in allen Belangen, ob Blüte, Wachstum, Ernte, Lagerung bis zur Vollreife. Ich möchte Ihnen einwenig erzählen von den Kapriolen, die uns so manches Schnippchen schlugen...

Unsere Plantage liegt an einem Südhang, eine sogenannte „Rotweinlage“. Die Obstbäume blühen etwas früher und somit sind wir dem Blütenfrost dieses Frühlings entkommen. Die Bienenstände und Hummeln hatten ganze Arbeit geleistet, bescherten und einen fantastischen Äpfel- und Birnenbehang. Aber auch die Mirabellen und Zwetschgen sind gut durchgekommen und wir waren die Einzigen in der Region, die eine ordentliche Ernte an Zwetschgen und Mirabellen hatten.

Am 1. März überraschte uns der Sturm „Emma“ und kostete 5 alten Obstbäumen das Leben. Entweder wurden sie entwurzelt, oder die Kronen brachen heraus. Auch die Fichten im Eingangsbereich unseres Hofladens brachen wie Streichhölzer und das Hoftor wurde aus den Angeln gehoben.

Dieses wechselhafte Wetter setzte sich das ganze Jahr hindurch fort, so auch am Freitag den 30. Mai, als kurz vor dem Hoffest ein Wolkenbruch die Partyzelte zum Einsturz brachte und ich mit Mühe und Not ein Eindringen der Wassermassen ins Ladengeschäft vom Lager her verhindern konnte! Das Hoffest wurde ein voller Erfolg und ca. 1200 Besucher waren aus Nah und Fern angereist, um unsere Manufaktur zu besichtigen und den Arbeitern beim Abfüllen über die Schulter zu schauen. Der Landgasthof Behl zauberte leckeres Essen und die Barmixer vom Culture Club sorgten für geistvolle Erfrischungen.

Im Juli brach dann ein Wolkenbruch mit schlimmsten Hagelkörnern in unser Tal herein und diese hinterließen auf den Äpfeln kleine Dellen. Somit war fast kein Tafelobst zu ernten. Einzig waren die Zwetschgen, denen das Unwetter nix ausmacht und da in ganz Europa fast keine Zwetschgen zu ernten waren, erzielten wir einen guten Preis als Tafelobst oder beim Bäcker für Quetschenkuchen. Leider blieben für den Schnaps nur 1000 Kg Mirabellen und Zwetschgen übrig, die mit Sicherheit ein tolles Destillat ergeben.

Im August begann die Kernobsternte mit Williams-Christ Birnen und Gräfensteiner Äpfeln und endete am 18.11.08 mit den Mispeln bei Minustemperaturen. Noch nie zuvor hatten wir so tolles Obst in solchen Mengen mit solch hochwertiger Qualität! Ich kaufte eigens einen LKW um ca. 80 Tonnen Früchte aus der Plantage heimzufahren und nun am 6. Dezember war alles Obst zum Vergären eingemaischt. Die handverlesenen Williams Birnen haben wir bereits teilweise gebrannt und eine Auslese davon ist mit 50% Vol. bereits im Verkauf. Es ist mir gelungen, die volle, saftige, süße Birne ins Glas zu zaubern. So lässt das ertragreiche, grandiose Obstjahr auf tolle Destillate hoffen, die ich in alchemistischer Akribie für Sie aus dem Kessel zaubern werde. Also können Sie in 2009 auf so manche Überraschung gespannt sein.

Was gibt’s Neues?

Da unsere Produkte im Internet und im Ausland immer mehr Beliebtheit finden, haben wir unser Team mit Armin Tögl für die elektronische Kommunikation verstärkt und ein Übersetzungsbüro in Bonn eingerichtet, in welchem Ewa Handtke das Internet auf polnisch, russisch und italienisch übersetzt.

Als neues Produkt haben wir einen Likör von Morellenfeuerkirschen und die Williams Auslese für Sie produziert.

Sicher können Sie sich überraschen lassen, dass wir im nächsten Jahr viele neue, sortenreine Apfelbrände anzubieten haben, die wir, wenn alles klappt, am Tag der offenen Brennereitüre am 7. Juni 2009 vorstellen werden, zu dem ich Sie schon heute recht herzlich einladen darf.

Ebenso werden wir wieder den letzten Sonntag ergo 25. Oktober bei der Veranstaltung „Der Kahlgrund brennt“ teilnehmen und hier wird Sie die Metzgerei Cibis wieder mit leckerem Essen verwöhnen. Ich werde wie immer den Brennkessel hüten und meine Mitarbeiter werden wieder leckeren, frischen Apfelsaft keltern.

Bis dahin wünsche ich und mein Team Ihnen frohe Weihnachten und viel Gesundheit im neuen Jahr.

Tipp:

An dieser Stele darf ich auf die richtige Trinktemperatur hinweisen. Destillate dieser Klasse gehören nicht ins Eisfach oder Kühlschrank. Man genießt sie bei Zimmertemperatur von ca. 18°C. Die Flaschen sollten nach dem Transport aus dem Karton genommen werden und aufrecht stehend an einem lichtgeschützten Ort gelagert werden. Durch stetig einfallendes UV-Licht kann das Destillat seine Struktur verändern und kann bei Williams, Quitte, Erdbeer  usw. zu Aromaverlust führen. Wird das Destillat im Liegen gelagert kann es einen korkigen Geschmack annehmen.

Unsere Betriebsferien 2008/2009:

  • Weihnachten 2008 von 24.12.08 bis 7.1.09
  • Ostern von 6.4.09 bis 18.4.09